Mühle von Loco

Die Mühle, zwischen Loco und Berzona am Wildbach „Bordione“ gelegen, ist Zeuge für eine uralte Technologie, die während Jahrhunderten wichtig war für die Lebensmittelversorgung der Onsernonesi: die wassergetriebene Getreidemühle. Sie wurde im 18. Jahrhundert erbaut und war bis in die siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts als letzte Mühle des Tales in Betrieb. 


Das Museo Onsernone kaufte die Mühle 1985 nicht nur, um sie als Kulturdenkmal zu erhalten, sondern auch um die traditionelle Produktion von Maismehl, sei es als Polentamehl oder als „farina bóna“ beziehungsweise „farina sec’a“ - wiederzubeleben. 

Das Gebäude wurde baulich saniert, Wasserrad und Mahlgang restauriert und die gesamten Wasserbauwerke (Wasserzuleitungssystem, Rückhaltebecken und Zuflusskanal) im Bordione in Stand gestellt. Die baulichen und müllereitechnischen Charakteristika sind erhalten, die Mühle ist funktionsfähig und wird vom „mugnaio“ des Museo Onsernonese zur Produktion von Maismehl (vor allem Polentamehl) betrieben. 

Ursprünglich wurde die Mühle vor allem zu didaktischen Zwecken für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, mittlerweile ist sie jedoch auch zu einem kleinen, erfolgreichen Produktionsbetrieb geworden. Im Untergeschoss des Gebäudes kann man den Mahlgang mit den schweren Mühlsteinen, der vom externen vertikalen Wasserrad betrieben wird, in Aktion erleben und dessen Funktionsweise erfahren. Im Obergeschoss befindet sich eine Dauerausstellung, die der Geschichte und den Techniken der wassergetriebenen Getreidemühlen sowie der Geschichte der Mühlen im Onsernone gewidmet ist.

Die Mühle liegt an der Talstrasse, etwa 200 m talaufwärts nach Loco. 

Sie ist von April bis Oktober am Donnerstagnachmittag von 14.00 – 17.00 Uhr, am Samstag und Sonntag von 10.00 – 12.00 Uhr und von 14.00 – 17.00 Uhr oder ausserhalb der Öffnungszeiten in Anwesenheit des Müllers für Besucher geöffnet. 

 

Die verschiedenen Sorten und Mischungen von Polentamehlen und weitere Produkte können vor Ort oder im Museumskiosk gekauft oder bestellt werden.

Rekonstruktion des Wasserzufuhrkanals (2021-23) 

Der gleichzeitig mit der Mühle erbaute Zufuhrkanal entnimmt das Wasser dem Wildbach Bordione etwa hundert Meter oberhalb der Strassenbrücke. Er ist grösstenteils in das Gelände eingegraben, ausgemauert und traversiert aufgemauert die steile Felspartie oberhalb des Wasserfalls - ein Beispiel für die ingeniöse Baukunst unserer Vorfahren.

Im Dezember 2020 führten starke Schneefälle zu dessen teilweisem Einsturz; 60 Meter des Kanals mussten rekonstruiert werden und dies in völlig unwegsamer Steillage. Die Arbeiten konnten 2023 abgeschlossen werden, die Kosten beliefen sich auf CHF 270'000.