Onsernone gestern und heute - Transformationen im 20. Jahrhundert
Die Vergangenheit kennen, die Gegenwart verstehen, die Zukunft planen. Unter diesem Motto steht das 2016 lancierte Projekt «Onsernone gestern und heute – Transformationen im 20. Jahrhundert», das zum Ziel hat, die Entwicklung des Tals im letzten Jahrhundert zu beschreiben und zu dokumentieren, um auf diesem Hintergrund das heutige Onsernone besser zu verstehen.
Wirtschaftliche, gesellschaftliche, ökologische Transformationsprozesse haben seit dem langen 19. Jahrhundert die Lebenswelt und die Lebensbedingungen der Menschen der westlichen Welt generell und diejenigen der Onsernonesi in besonderer Weise innerhalb weniger Generationen einschneidend verändert. Das Onsernone steht als Randregion vor neuen Herausforderungen. Vielleicht hilft das Verständnis für die Charakteristika des Tales die aktuellen und zukünftigen Möglichkeiten und Grenzen der Entwicklung besser zu erkennen.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts schrumpft die Bevölkerung des Onsernonetals um fast drei Viertel, während sich die Waldfläche mehr als verdoppelt.
Als Folge dieser Veränderungen hat das Onsernone seine Identität verloren. Onsernonesi zu sein, ist für das Individuum nicht mehr existenz- und identitätsbestimmend. Welche Bedeutung kann das Onsernone für zukünftige Generationen von Menschen, die direkt oder indirekt mit dem Tal verbunden sind, und generell im Kontext einer rasant sich verändernden Welt haben?
Das Museo Onsernonese sammelt, bewahrt, ordnet, dokumentiert materielle und immaterielle Zeugnisse dieses Transformationsprozesses. Es präsentiert, interpretiert und vermittelt sie in verschiedenster Form mit Dauerausstellungen, Temporärausstellungen, Vorträgen, Publikationen, kulturellen Spaziergängen und mit einem digitalen, auch online verfügbaren Handbuch.
In diesem Sinne ist das Museo Onsernonese ein konkreter und virtueller Ort der kollektiven Erinnerung und Interpretationshilfe, des Nachdenkens über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und ein Anstoss, sich zu engagieren für eine nachhaltige Zukunft des Tales.
Das Projekt „Onsernone gestern und heute – Transformationen im 20. Jahrhundert” dokumentiert und präsentiert die Ergebnisse der laufenden Recherchen vor allem in zwei Formen:
- die museale Dauerausstellung in der Casa Degiorgi präsentiert den Wandel des Tales mit verschiedensten medialen Mitteln;
- das Digitale Handbuch ist eine Zusammenstellung von Texten und Bildern, die das Tal und seine grundlegende Veränderung im letzten Jahrhundert beschreiben.
Dauerausstellung Casa Degiorgi
Die permanente Ausstellung, die dem 20. Jahrhundert gewidmet ist, befindet sich im zweiten Stock des Gebäudes und erstreckt sich über drei Säle. Sie präsentiert die Veränderungen, die im Tal stattgefunden haben, in einer musealen Inszenierung, die den Besucher schrittweise in die Faszination der jüngeren Geschichte eintauchen lässt und sich dabei insbesondere auf jene Phänomene konzentriert, die das Onsernone von anderen subalpinen Tälern unterscheiden. Das ist zweifellos die Zuwanderung und Präsenz zahlreicher Künstler, Intellektueller, Schriftsteller, aber auch sogenannter „Neorurali”, im Tal; Menschen auf der Suche nach Rückzugsorten, anderen Lebensbedingungen in Verbindung mit der Natur und neuen Lebensentwürfen.
In einem dritten Raum kann der Besucher sein Wissen über das Tal weiter vertiefen dank
- kleinen Wechselausstellungen zu bestimmten Themen;
- dem RSI-Totem, das eine reichhaltige Auswahl an audiovisuellen Dokumenten über das Onsernone enthält, die in den vergangenen Jahrzehnten vom Radiotelevisione della Svizzera Italiana ausgestrahlt wurden;
- das Digitale Handbuch (siehe unten).
Digitales Handbuch
Das Digitale Handbuch ist eine Zusammenstellung mündlicher und schriftlicher Zeugnisse – Erinnerungen, Erfahrungen und Wissen – von Menschen, die das Tal gekannt haben und kennen, gesammelt und präsentiert vom Museo Onsernonese.
Das umfangreiche von verschiedenen verantwortlichen Autoren/Redaktoren erarbeitete Text- und Bildmaterial ist in vier Hauptthemen und zehn Unterthemen gegliedert, auf einer Web-Seite des Museums gespeichert und online oder auf Tablets in den Ausstellungsräumen des Museums in Loco abrufbar. Das Interface ermöglicht es, die Präsentation der Texte und Bilder zu den verschiedenen Themen durchzublättern (scrollen), je nach Interesse ganz oder teilweise zu lesen – sei es in Deutsch, Italienisch oder in zweisprachiger Darstellung. Eine Bildlaufliste mit dem Inhaltsverzeichnis des gewählten Themas ermöglicht es, sich zu orientieren und von Kapitel zu Kapitel vor- oder zurückzuspringen.
Das Digitale Handbuch in seiner Funktion als Forschungs-, Dokumentations- und Präsentationsinstrument wird ständig weiterentwickelt. Rückmeldungen, schriftliche und mündliche Zeugnisse, Materialien und Fotos von Menschen, die das Tal kennen, ermöglichen es, die Charakteristika des Onsernone immer umfassender und facettenreicher zu beschreiben und im kollektiven Gedächtnis festzuhalten. Wir danken allen Personen, die sich für dieses Forschungs- und Dokumentationsprojekt engagiert haben sowie allen, die dies in Zukunft tun werden, indem sie sich über die verschiedenen Kontaktmöglichkeiten (siehe unten auf der Seite) an das Museum wenden.
Antrag auf Zugangsberechtigung
Das im Kontext des Projekts Onsernone gestern und heute erarbeitete Wissen wird im Rahmen von Führungen und kulturellen Spaziergänge im Tal illustriert, konkretisiert und vertieft. Die Angebote finden Sie auf der entsprechenden Seite der Website.
